WIKI – Handkurbeln und Varianten

Handkurbeln spielen eine entscheidende Rolle bei der Bedienung von Seilwinden und erm├Âglichen das Heben und Senken von Lasten. In unserer ├ťbersicht erfahren Sie alles Wichtige ├╝ber Handkurbeln f├╝r Seilwinden. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Varianten vor, darunter fest angebaute und abnehmbare Kurbeln, sowie Bremsk├Âpfe mit unterschiedlichen Sicherheitssperren.

Inhaltsverzeichnis / WIKI – Handkurbeln und Varianten

Definition und Wirkprinzip von Handkurbeln

Unter einem manuellen Antrieb oder auch Muskelkraftantrieb versteht man den Antrieb einer Maschine oder einer sonstigen technischen Einrichtung mittels Muskelkraft. Teilweise spricht man auch von Muskelkraftbetrieb. Das Wort manuell bedeutet von seiner urspr├╝nglichen Wortherkunft (lat. manus = ÔÇ×HandÔÇť) ÔÇ×mit der HandÔÇť, ÔÇ×von HandÔÇť oder auch ÔÇ×h├ĄndischÔÇť. Im Laufe der Technikgeschichte wurde diese urspr├╝ngliche Bedeutung des Wortes manuell allm├Ąhlich erweitert. Heute wird praktisch jede Art von Antrieb, die unter Verwendung von H├Ąnden, F├╝├čen oder einer sonstigen von Menschen erzeugten Antriebskraft stattfindet, unter dem in der Antriebstechnik ├╝blichen Oberbegriff manueller Antrieb zusammengefasst.

Der typische manuelle Antrieb von Hebezeugen erfolgt standardm├Ą├čig mittels Handkurbel. Das Grundprinzip einer Handkurbel entspricht dem eines einarmigen Hebels in der Mechanik, wobei der Hebelarm dem Abstand des Handgriffes der Kurbel zum Lagerdrehpunkt im Zentrum der Kurbel entspricht. Das Drehmoment, das mit der Handkurbel erzeugt wird, entspricht der, durch den Bediener aufgebrachten Handkraft multipliziert mit der L├Ąnge der Kurbel.

Varianten├╝bersicht

Abh├Ąngig von den Anforderungen des Hebezeugs und den kundenspezifischen Erfordernissen werden f├╝r den manuellen Antrieb unterschiedlichste Kurbelvarianten eingesetzt. Hierbei unterscheidet man grunds├Ątzlich zwischen fest angebauten bzw. abnehmbaren Kurbeln und welchen mit bzw. ohne integrierte Bremsfunktion. Die bevorzugte geometrische Ausbildung der Schnittstelle zwischen Kurbel und Hebezeug ist ein Vierkant mit 14 oder 17 mm Seitenl├Ąnge; produktbedingte Abweichungen sind m├Âglich.

Nachfolgende Auflistung erl├Ąutert die bei haacon eingesetzten Varianten. Innerhalb dieser Varianten sind dar├╝berhinaus noch Variationen in der L├Ąnge des Kurbelarms und den Schnittstellen zum Hebezeug bzw. Bediener m├Âglich. Sollte der standardm├Ą├čig feststehende Kurbelgriff in der Ruhe- / Verlasteposition der Kurbel st├Âren, so sind nahezu alle Varianten auch mit abklappbaren Kurbelgriff ausf├╝hrbar.

Kurbel - fest angebaut

Eine fest angebaute Kurbel wird verwendet, wenn die Kurbel im Ruhe- / Verlastezustand nicht st├Ârt. Dadurch ist eine Bedienung jederzeit m├Âglich.

NoKu

Normale Kurbel (NOKU)

Diese Kurbel wird an Hebeger├Ąten verwendet, die entweder ├╝ber ein selbsthemmendes Getriebe oder eine integrierte R├╝cklaufsperre verf├╝gen. Ebenso erfolgt der Einsatz an Ger├Ąten zum Bewegen von Lasten auf horizontalen Ebenen, wenn keine lasthaltende Funktion erforderlich ist.

SiKu

Sicherheitskurbel (SIKU)

Bei dieser Kurbel ist eine automatisch wirkende Lastdruckbremse integriert. Zur Gew├Ąhrleistung der Bremsfunktion und Aufnahme der durch die Last erzeugten R├╝ckstellmomente muss am Hebezeug zus├Ątzlich ein Sperrhaken und eine Sperrklinke vorhanden sein. Durch den zweigeteilten Sperrhaken ist es m├Âglich, die R├╝ckstellmomente in die Windenbefestigung einzuleiten und den R├╝ckschlag beim Loslassen der Kurbel kleiner als 150 mm zu halten.

ACHTUNG: Die Bremsfunktion dieser Kurbel ist nur einseitig wirkend. Die Wirkrichtung der Bremse ist rechts. Das hei├čt, dass die Kurbel im Uhrzeigersinn (rechts herum) gedreht werden muss um die Last anzuheben. Wird die Wirkrichtung der Bremse in die entgegengesetzte (linke) Richtung ben├Âtigt, so muss eine doppelwirkende Sicherheitskurbel eingesetzt werden.

Die Sicherheitskurbel gibt es in zwei unterschiedlichen Baugr├Â├čen mit 250 bzw. 300 mm Kurbelradius. Das maximal zul├Ąssige Drehmoment f├╝r diese Kurbelvariante ist infolge der Bremswirkung begrenzt und darf nicht ├╝berschritten werden. Es betr├Ągt 60 Nm bei einem Kurbelradius von 250 mm bzw. 120 Nm bei einem Kurbelradius von 300 mm.

SiKu

Freischaltbare Kurbel

Die freischaltbare Kurbel ist eine Sonderausf├╝hrung der Sicherheitskurbel. Sie bietet zus├Ątzlich die M├Âglichkeit die unbelastete Bremse au├čer Funktion zu setzen. Somit kann z.B. das unbelastete Drahtseil einer Handseilwinde von der Seiltrommel abgezogen werden ohne dabei die Kurbel bewegen zu m├╝ssen.

ACHTUNG: Das Freischalten der Kurbel ist nur bei unbelastetem Hebezeug zul├Ąssig.

 

RaKu

Ratschenkurbel (RAKU)

Die Ratschenkurbel ist eine weitere Sonderausf├╝hrung der Sicherheitskurbel mit unver├Ąnderter Funktionsweise der Bremse. Sie wird dann verwendet, wenn infolge beengter Platzverh├Ąltnisse keine ganzen Umdrehungen an einer Kurbel durchgef├╝hrt werden k├Ânnen. Der Kurbelarm ist ├╝ber eine Ratschen-Einrichtung mit der Kurbelnabe verbunden, so dass eine Pendelbewegung am Kurbelarm die Nabe der Kurbel in eine Drehbewegung versetzt. ├ťber einen Stellbolzen kann die Wirkrichtung der Ratsche f├╝r Hub- bzw. Senkbewegungen umgeschalten werden.┬á

Handkurbeln und Varianten

Sicherheitskurbel doppelwirkend (SIFEKU)

Auch bei dieser Kurbelvariante ist ein automatisch wirkender Bremsmechanismus integriert. Er hat keine bestimmte Wirkrichtung und ist somit in beiden Drehrichtungen lasthaltend. Zur Gew├Ąhrleistung der Bremsfunktion und Aufnahme der durch die Last erzeugten R├╝ckstellmomente muss am Hebezeug zus├Ątzlich eine Drehmomentst├╝tze in Form eines Bolzens vorhanden sein. Die doppelwirkende Sicherheitskurbel gibt es mit zwei Wirkprinzipien.

  • Druckrollenbremse – kompakte Bauform, Anschlu├čgeometrie mit Vierkant 14×14 mm, maximal zul├Ąssiges Drehmoment 70 Nm, keine Mindestlast erforderlich, Zukaufteil Fa. Wittler
  • Schlingfederbremse – ausladende Bauform, Anschlu├čgeometrie mit Vierkant 17×17 mm, maximal zul├Ąssiges Drehmoment 60 Nm, keine Mindestlast erforderlich, Zukaufteil Fa. Pfaff

Anmerkung: Die gro├če Bauform der SIFEKU auf Basis der Druckrollenbremse (Anschlu├čvierkant 17) zeigte mehrfach Probleme beim Dreh- bzw. Bremsverhalten (Rattern, Ger├Ąusche, etc.). Deshalb erfolgte die Umstellung auf das Wirkprinzip der Schlingfederbremse.

Kurbel - abnehmbar

Eine abnehmbare Kurbel wird verwendet, wenn die Kurbel im Verlastezustand st├Ârt oder aber eine eingeschr├Ąnkte Bedienung erw├╝nscht ist. Nur Bediener d├╝rfen das Ger├Ąt mit der Kurbel bedienen. Durch eine nicht vorhandene Kurbel ist eine Bedienung durch Unbefugte nicht m├Âglich. Grundvoraussetzung f├╝r den Einsatz einer abnehmbaren Kurbel ist ein selbsthemmendes Getriebe, eine im Hebezeug integrierte R├╝cklaufsperre oder die ausschlie├čliche Verwendung des Ger├Ątes zum Bewegen von Lasten auf einer horizontalen Ebene.┬á

Ku_oAS

Kurbel ohne Abziehsicherung

Die einfachste Ausf├╝hrung der abnehmbaren Kurbeln wird auf ein Hebezeug aufgesteckt und nicht separat in ihrer Position gesichert. Voraussetzung hierf├╝r ist eine ├ťberdeckung an der geometrischen Schnittstelle zwischen Kurbel und Hebezeug von mindestens 20% der L├Ąnge des Kurbelarms. Vorgabe nach DGUV-V54

Ku_mAS

Kurbel mit Abziehsicherung

Ist die geforderte Einstecktiefe f├╝r eine einfache Kurbel nicht realisierbar, muss die Kurbel in ihrer Position gesichert werden. Dies erfolgt z.B. mittels Sicherungsblech, welches in der Betriebsposition automatisch einrastet und die Kurbel gegen Abgleiten fixiert. Um die Kurbel abnehmen zu k├Ânnen, muss das Blech nach unten gezogen werden.

Ku_mASv

Kurbel mit verstellbarem Kurbelradius und integrierter Abgleitsicherung (Typ 1187)

Die Kurbel der Typenreihe 1187 erm├Âglicht das Ver├Ąndern des Kurbelradius und somit eine Einflu├čnahme auf das Verh├Ąltnis zwischen Kurbelkraft und Drehgeschwindigkeit. Sie dient beispielsweise zum schnellen ├ťberbr├╝cken lastfreier Hubwege. Bei kleiner Last kann mit kleinem Kurbelradius sehr schnell gekurbelt werden. Bei gro├čer Last wird der Kurbelradius vergr├Â├čert, die Kurbelkraft sinkt. Als Abgleitsicherung dient ein federbelasteter Bolzen, der beim Aufstecken der Kurbel in einer Vertiefung am Kurbeltrieb einrastet. Durch Dr├╝cken des Bolzens wird die Sicherung gel├Âst und die Kurbel kann wieder abgenommen werden.

RaKu

Ratschenkurbel

Die Ratschenkurbel wird dann verwendet, wenn infolge beengter Platzverh├Ąltnisse keine ganzen Umdrehungen an einer Kurbel durchgef├╝hrt werden k├Ânnen. Der Kurbelarm ist ├╝ber eine Ratschen-Einrichtung mit der Kurbelnabe verbunden, so dass eine Pendelbewegung am Kurbelarm die Nabe der Kurbel in eine Drehbewegung versetzt. ├ťber einen Stellbolzen kann die Wirkrichtung der Ratsche f├╝r Hub- bzw. Senkbewegungen umgeschalten werden. Die Sicherung der aufgesteckten Kurbel erfolgt analog dem Wirkprinzip eines Kugelsperrbolzens.

Bremskopf

Muss die Kurbel an Hebezeugen, welche weder ├╝ber ein selbsthemmendes Getriebe noch ├╝ber eine integrierte R├╝cklaufsperre verf├╝gen, aus anwendungsspezifischen Gr├╝nden abgenommen werden, besteht die M├Âglichkeit das Hebeger├Ąt mit einem sog. Bremskopf auszustatten. Der Bremskopf ├╝bernimmt die Funktion der R├╝cklaufsperre analog einer fest angebauten Sicherheitkurbel und erm├Âglicht es eine abnehmbare Kurbel zu verwenden, welche in beliebiger Hubstellung abgenommen werden kann.

SiSpe

Sicherheitssperre

Die Sicherheitssperre ist ein Bremskopf auf Basis der Sicherheitskurbel mit automatisch wirkender Lastdruckbremse. Zur Gew├Ąhrleistung der Bremsfunktion und Aufnahme der durch die Last erzeugten R├╝ckstellmomente muss am Hebezeug zus├Ątzlich ein Sperrhaken und eine Sperrklinke vorhanden sein. Durch den zweigeteilten Sperrhaken ist es m├Âglich, die R├╝ckstellmomente in die Windenbefestigung einzuleiten und den R├╝ckschlag beim Loslassen der Kurbel kleiner als 150 mm zu halten.

ACHTUNG: Die Bremsfunktion der Sicherheitssperre ist nur einseitig wirkend. Die Wirkrichtung der Bremse ist rechts. Das hei├čt, dass die Kurbel im Uhrzeigersinn (rechts herum) gedreht werden muss um die Last anzuheben. Wird die Wirkrichtung der Bremse in die entgegengesetzte (linke) Richtung ben├Âtigt, so muss eine doppelwirkende Sicherheitssperre eingesetzt werden.

Analog der Sicherheitskurbel gibt es auch hier zwei unterschiedliche Baugr├Â├čen. Das maximal zul├Ąssige Drehmoment ist infolge der Bremswirkung begrenzt und darf nicht ├╝berschritten werden. Es betr├Ągt 60 Nm f├╝r die kleine Baugr├Â├če bzw. 120 Nm f├╝r die gro├če Baugr├Â├če.

SiFeSpe

Sicherheitssperre doppelwirkend

Die doppelwirkende Sicherheitssperre funktioniert nach dem Prinzip der Schlingfederbremse analog der entsprechenden Kurbel. Sie hat ebenfalls keine bestimmte Wirkrichtung und ist somit in beiden Drehrichtungen lasthaltend. Zur Gew├Ąhrleistung der Bremsfunktion und Aufnahme der durch die Last erzeugten R├╝ckstellmomente muss am Hebezeug zus├Ątzlich eine Drehmomentst├╝tze in Form eines Bolzens vorhanden sein. Die doppelwirkende Sicherheitssperre gibt es in zwei unterschiedlichen Baugr├Â├čen. Das maximal zul├Ąssige Drehmoment ist infolge der Bremswirkung begrenzt und darf nicht ├╝berschritten werden. Es betr├Ągt 60 Nm f├╝r die kleine Baugr├Â├če bzw. 120 Nm f├╝r die gro├če Baugr├Â├če. Die gro├če Bauform ist allerdings eine kaum genutzte und teure Sonderausf├╝hrung welche jedoch auch nach DGUV-V17 (ehemals BGV C1) geeignet ist.

 

Normative Kennwerte

DIN EN 1494
maximale Bedienkraft zum Heben eines beladenen Hubger├Ątes mit einer Tragf├Ąhigkeit maximale Bedienkraft zum Heben eines beladenen Hubger├Ątes mit einer Tragf├Ąhigkeit
< 5000 kg
> 5000 kg
> 250 N
> 400 N
DIN EN 13157
maximale Bedienkraft zum Heben der Tragf├Ąhigkeit
> 250 N
DGUV V54
maximal zul├Ąssiger Kurbelr├╝ckschlag unter Last
> 150 mm
  • Die Drehrichtung der Kurbel zum Anheben der Last muss bei allen ├ťbersetzungen gleich sein!
  • Abnehmbare Kurbeln m├╝ssen gegen Abgleiten und unbeabsichtigtes Abziehen gesichert werden!
  • Durchf├╝hrungsanweisung: gilt bis Kurbelarml├Ąnge 250 mm als erf├╝llt, wenn die Einstecktiefe mindestens 20% der Kurbelarml├Ąnge betr├Ągt.
  • Hebezeuge bei deren bestimmungsgem├Ą├čer Verwendung die Last sich auf ihrem Lastweg festsetzen kann, m├╝ssen so beschaffen sein, dass sie nicht ├╝berlastet werden k├Ânnen.
  • Durchf├╝hrungsanweisung: Sicherung gegen ├ťberlastung auch mittels entsprechender Kurbelarml├Ąnge erf├╝llbar.

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